Biografie von Olaf Gulbransson

Das Olaf Gulbransson Museum in Tegernsee, eine Zweiggalerie der Bayerischen Staatsgemälde-Sammlungen widmet sich seit seiner Eröffnung im Jahre 1966 dem Andenken an den gleichnamigen norwegischen Maler und Karikaturisten.

Olaf Gulbransson wurde 1873 in Christiana, dem späteren Oslo, geboren und verstarb 1958 in seiner Wahlheimat auf dem Schererhof am Tegernsee, den er 1929 erworben hatte.

Internationale Bekanntheit erlangte er seit 1902 als Karikaturist der legendären nach der Romanfigur von Grimmelshausen benannten Münchner Satire-Zeitschrift Simplicissimus und wurde zu einer der scharfsichtigsten Porträtisten seiner Zeit. Zusammen mit seinen Zeichner-Kollegen und den Schriftstellern Frank Wedekind und Ludwig Thoma wurde das Münchner Satire-Journal Teil der deutschen und europäischen Kunstgeschichte. Die Zeitschrift galt als gefährlich: Verbote, Beschlagnahmungen und spektakuläre Prozesse machten sie für die Leser natürlich umso interessanter, was die Auflagen ständig steigerte. Der typische Simplicissimus-Stil – Verzicht auf naturalistische Farbabstufungen zugunsten eines plakativen, flächigen Zeichnens – war damals eine Innovation und prägt die moderne Graphik bis heute.

1914 wurde Gulbransson in die Berliner Secession aufgenommen und befreundete sich unter anderem mit Max Liebermann, Paul Wegener und Heinrich Zille.

1917 wird er "Ordentliches Mitglied" an der Berliner Akademie der Künste, 1925 erhielt er zusammen mit Edvard Munch die Ehrenmitgliedschaft der Münchner Akademie der bildenden Künste, in der er 1929 die Nachfolgeprofessur von Franz von Stuck antrat.

Olaf Gulbranssons Werk gehört zu den Höhepunkten der europäischen Zeichenkunst im 20. Jahrhundert. Das Museum zeigt eine Auswahl seiner Karikaturen, seine seltenen Ölgemälde sowie eine umfangreiche Sammlung seiner Buchillustrationen.

Text-Quellen: Olaf Gulbransson Museum Tegernsee